Die Kartenwerkstatt – Lernen für die Arbeitswelt

Seit vielen Jahren hat die Herstellung von Weihnachtskarten einen festen Platz in der beruflichen Bildung unserer Schule. Was ursprünglich als Arbeitserprobung zur Vorbereitung auf das Berufsleben begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer richtigen Kartenwerkstatt mit realen Aufträgen und verbindlichen Arbeitsabläufen.

Am Anfang steht die kreative Arbeit. Neue Motive werden entwickelt, unterschiedliche Materialien ausprobiert und Musterkarten angefertigt. Ist eine Auswahl getroffen, beginnt die Produktion. Nun kommt es darauf an, die bestellten Karten sorgfältig, sauber und termingerecht herzustellen.

Dabei entstehen viele unterschiedliche Arbeitsplätze und Aufgaben: Papier wird zugeschnitten und gefaltet, einzelne Elemente werden vorbereitet, Karten geklebt, kontrolliert, sortiert und für die Auslieferung zusammengestellt. Die Arbeitsabläufe werden so organisiert, dass sich die Schüler*innen entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten beteiligen und Verantwortung für einzelne Arbeitsschritte übernehmen können.

Schule wird zum Arbeitsplatz

Die Kartenwerkstatt ermöglicht Erfahrungen, die weit über das Basteln von Weihnachtskarten hinausgehen. Die Schüler*innen erleben einen möglichst realitätsnahen Arbeitsprozess und erfahren, was es bedeutet, einen Auftrag gemeinsam zu bearbeiten.

Dazu gehören Ausdauer, Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Zusammenarbeit. Gleichzeitig werden schulische Kompetenzen ganz selbstverständlich in praktische Zusammenhänge eingebunden: Es wird gemessen und gezählt, gelesen und geschrieben, Materialbedarf ermittelt und mit Mengen und Kosten gerechnet.

Auch wirtschaftliche Abläufe werden nachvollziehbar. Von der Entwicklung eines Produkts über die Beschaffung der benötigten Materialien und die eigentliche Herstellung bis hin zu Bestellung, Abrechnung und Auslieferung können verschiedene Schritte eines Arbeitsprozesses erlebt werden.

Ein gemeinsames Produkt entsteht

Besonders wichtig ist dabei das sichtbare Ergebnis: Am Ende halten die Schüler*innen ein Produkt in den Händen, an dessen Entstehung sie selbst beteiligt waren und das tatsächlich bestellt und genutzt wird.

So verbindet die Kartenwerkstatt berufliche Orientierung mit praktischem Lernen, Kreativität und Selbstständigkeit. Jede*r kann einen Beitrag zum gemeinsamen Ergebnis leisten und erleben, dass die eigene Arbeit für den gesamten Produktionsprozess wichtig ist.

Nach Abzug der Material- und Herstellungskosten kommt ein möglicher Erlös den beteiligten Klassen und dem Förderverein unserer Schule zugute.

Die Kartenwerkstatt zeigt damit sehr anschaulich, wie Vorbereitung auf das Arbeitsleben an unserer Schule aussehen kann: praktisch, verbindlich, individuell und mit einem echten Ergebnis.