Unterstützte Kommunikation

Kommunikation ermöglicht Teilhabe

Kommunikation ist eine wesentliche Voraussetzung für Selbstbestimmung, soziale Beziehungen, Lernen und gesellschaftliche Teilhabe. Menschen kommunizieren dabei auf unterschiedliche Weise – beispielsweise durch Lautsprache, Mimik und Gestik, Gebärden, Bilder und Symbole, Schrift oder elektronische Kommunikationshilfen.

Ein Teil unserer Schüler*innen kann sich über Lautsprache nicht oder nicht ausreichend verständlich mitteilen. Andere benötigen Unterstützung, um Sprache und kommunikative Situationen besser zu verstehen.

Unterstützte Kommunikation (UK) umfasst deshalb alle Maßnahmen, die die individuellen Kommunikationsmöglichkeiten eines Menschen ergänzen, erweitern oder ersetzen. Ziel ist es, jedem Menschen möglichst verlässliche Möglichkeiten zu eröffnen, sich mitzuteilen und verstanden zu werden.

Dabei geht es um weit mehr als das Äußern von Wünschen und Bedürfnissen. Kommunikation bedeutet auch, Fragen zu stellen, zu erzählen, zu kommentieren, abzulehnen, Entscheidungen zu treffen, Beziehungen aufzubauen und mitzubestimmen.

Individuelle Kommunikation

Unterstützte Kommunikation orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der einzelnen Schüler*innen. Es gibt daher nicht das eine Kommunikationsmittel für alle.

Je nach individuellen Voraussetzungen können unterschiedliche Formen der Kommunikation eingesetzt und miteinander kombiniert werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • körpereigene Kommunikationsformen wie Blickbewegungen, Mimik und Gestik,
  • Gebärden,
  • Gegenstände und Bezugsobjekte,
  • Fotos, Bilder und grafische Symbole,
  • Kommunikationstafeln und Kommunikationsbücher,
  • schriftsprachliche Möglichkeiten,
  • einfache Sprachausgabegeräte sowie
  • komplexe elektronische Kommunikationshilfen und Tablets mit Kommunikationssoftware.

Entscheidend ist nicht die technische Ausstattung eines Hilfsmittels, sondern die Frage, welche Kommunikationsform einem Menschen tatsächlich ermöglicht, sich möglichst selbstbestimmt und differenziert auszudrücken.

Unterstützte Kommunikation im Schulalltag

Kommunikation findet überall statt. Deshalb verstehen wir Unterstützte Kommunikation nicht als einzelne Fördermaßnahme oder ausschließliches Thema besonderer Unterrichtsstunden.

UK ist Bestandteil des gesamten Schulalltags – im Unterricht ebenso wie in Pausen, bei Mahlzeiten, in lebenspraktischen Situationen, bei Ausflügen und Projekten oder im sozialen Miteinander.

Kommunikationshilfen sollen dabei möglichst dort verfügbar sein, wo Kommunikation tatsächlich stattfindet. Gleichzeitig ist es Aufgabe der Kommunikationspartner*innen, unterschiedliche Ausdrucksformen wahrzunehmen, Kommunikationsversuche ernst zu nehmen und selbst geeignete Kommunikationsformen vorzuleben.

So können beispielsweise Gebärden, Symbole oder elektronische Kommunikationshilfen nicht nur von den jeweiligen Nutzerinnen eingesetzt werden. Auch Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Mitschülerinnen können sie im gemeinsamen Alltag nutzen und dadurch kommunikative Möglichkeiten sichtbar und verständlich machen.

Verstehen unterstützen

Unterstützte Kommunikation betrifft nicht nur das Sich-Mitteilen, sondern auch das Verstehen.

Visualisierungen können Schüler*innen dabei unterstützen, Informationen, Abläufe, Wahlmöglichkeiten und Erwartungen besser zu erfassen. Im Schulalltag nutzen wir deshalb – entsprechend dem individuellen Bedarf – beispielsweise:

  • visualisierte Tages- und Stundenpläne,
  • Fotos, Symbole oder Gegenstände zur Orientierung,
  • visualisierte Arbeits- und Handlungsabläufe,
  • Kennzeichnungen von Räumen und Materialien sowie
  • individuell angepasste Kommunikations- und Orientierungshilfen.

Klare Strukturen und visuelle Informationen können insbesondere auch für Schüler*innen im Autismus-Spektrum hilfreich sein. Elemente aus dem TEACCH®-Ansatz können dabei genutzt werden, Raum, Zeit, Aktivitäten und Aufgaben verständlicher und vorhersehbarer zu gestalten. TEACCH® Autism Program

Wichtig: TEACCH® ist dabei nicht mit Unterstützter Kommunikation gleichzusetzen. Es handelt sich um einen eigenständigen Ansatz, dessen strukturierende und visualisierende Elemente die Kommunikation, Orientierung und selbstständige Bewältigung von Alltagssituationen unterstützen können.

Kommunikation gemeinsam gestalten

Erfolgreiche Unterstützte Kommunikation hängt nicht allein von einem Kommunikationsmittel ab. Ebenso wichtig ist das kommunikative Umfeld.

Deshalb gehört es zu unserer Aufgabe, Kommunikationsmöglichkeiten im Schulalltag verlässlich anzubieten, ausreichend Zeit für Reaktionen zu geben und unterschiedliche Kommunikationsversuche wahrzunehmen und aufzugreifen. Gerade bei beginnender Kommunikation ist es fachlich bedeutsam, nicht ausschließlich das Äußern von Bedürfnissen zu fördern, sondern auch soziale Kommunikation und Interaktion zu ermöglichen. TEACCH® Autism Program

Dazu gehört auch, Kommunikationssysteme möglichst konsequent in unterschiedlichen Situationen zu nutzen und die Menschen im Umfeld der Schüler*innen einzubeziehen.

Unterstützte Kommunikation an unserer Schule

Unterstützte Kommunikation wird an unserer Schule kontinuierlich weiterentwickelt. Eine schulinterne UK-Gruppe beschäftigt sich mit fachlichen Entwicklungen, Materialien und Umsetzungsmöglichkeiten und unterstützt den Austausch innerhalb des Kollegiums.

Gemeinsame Angebote tragen dazu bei, Kommunikationsformen im gesamten Schulleben sichtbar und selbstverständlich zu machen. Dazu können beispielsweise gebärdenbegleitete Lieder oder eine regelmäßig eingeführte „Gebärde des Monats“ gehören.

Die konkrete Förderung orientiert sich dabei immer an den individuellen Voraussetzungen und Kommunikationsmöglichkeiten der Schüler*innen.

Unser Ziel

Unterstützte Kommunikation soll Menschen nicht lediglich ermöglichen, auf Fragen anderer zu antworten oder Bedürfnisse mitzuteilen.

Sie soll ihnen ermöglichen, selbst Kommunikation zu beginnen, eigene Gedanken auszudrücken, Entscheidungen zu treffen, Beziehungen zu gestalten und Einfluss auf ihre Umwelt zu nehmen.

Unser Ziel ist, dass unsere Schüler*innen mitreden, mitentscheiden und mitgestalten können.