Unsere pädagogischen Konzepte
Lernen orientiert sich am Menschen
Jeder Mensch lernt anders. Deshalb stehen bei uns die individuellen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Schüler*innen im Mittelpunkt.
Unsere pädagogische Arbeit im Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung ist darauf ausgerichtet, Aktivität und Teilhabe, Selbstbestimmung und größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen. Bildung bedeutet für uns deshalb weit mehr als die Vermittlung schulischer Inhalte. Sie soll unsere Schüler*innen dabei unterstützen, ihr eigenes Leben zunehmend mitzugestalten, Beziehungen aufzubauen, Entscheidungen zu treffen und sich in ihrer Umwelt möglichst selbstständig und sicher zu bewegen.
Ausgangspunkt unserer Arbeit sind die individuellen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen der einzelnen Schüler*innen. Daraus entwickeln wir passende Bildungs- und Förderangebote. Lernen findet dabei gemeinsam im Klassenverband, in kleineren Lerngruppen und – wenn es pädagogisch erforderlich ist – auch in individuellen Lernsituationen statt.
Ganzheitlich lernen
Der Unterricht im Bildungsgang ganzheitliche Entwicklung verbindet schulisches Lernen mit den unterschiedlichen Bereichen des täglichen Lebens. Dabei orientieren wir uns an den fachlichen Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz und an den individuellen Bildungserfordernissen unserer Schüler*innen.
Bereiche wie Kommunikation, Ich und andere, Wahrnehmung und Bewegung, Welterschließung, Haushalt, ästhetische Bildung, Freizeit und Lebensgestaltung sowie Arbeit und Beruf eröffnen vielfältige Lernmöglichkeiten. Gleichzeitig gehören klassische schulische Bildungsinhalte wie Lesen und Schreiben, mathematisches Lernen, Sachunterricht, Bewegung, Musik und kreatives Gestalten selbstverständlich zu unserem Unterricht.
Diese Bereiche stehen nicht unverbunden nebeneinander. Lernen geschieht häufig fächerübergreifend und in lebensnahen Zusammenhängen.
Lernen durch Handeln und Erleben
Viele unserer Schüler*innen lernen besonders nachhaltig, wenn Inhalte konkret erfahrbar werden. Deshalb sind Handlungsorientierung, Anschaulichkeit und Lernen mit unterschiedlichen Sinnen wichtige Bestandteile unseres Unterrichts.
Ein mathematischer Inhalt kann beim Einkaufen Bedeutung bekommen. Mobilität wird nicht nur im Klassenraum besprochen, sondern im Straßenverkehr und bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erprobt. Natur lässt sich draußen beobachten und untersuchen. Hauswirtschaftliche Fähigkeiten entwickeln sich beim tatsächlichen Planen, Zubereiten und gemeinsamen Essen.
So entstehen Lerngelegenheiten, in denen Wissen und Können unmittelbar mit dem eigenen Leben verbunden werden.
Lernen vor Ort
Schule endet für uns nicht am Schultor. Außerschulische Lernorte gehören zu unserer pädagogischen Arbeit und ermöglichen unseren Schüler*innen, Erfahrungen in realen Lebenssituationen zu sammeln.
Unterrichtsgänge, Einkäufe, Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Naturerfahrungen, kulturelle Angebote, Begegnungen mit anderen Menschen sowie Erfahrungen in Betrieben und Einrichtungen erweitern den schulischen Lernraum.
Dabei geht es nicht allein darum, etwas kennenzulernen. Unsere Schüler*innen sollen erworbene Fähigkeiten in unterschiedlichen Situationen anwenden und zunehmend auf ihren Alltag übertragen können.
Kommunikation und Teilhabe ermöglichen
Kommunikation ist eine wesentliche Voraussetzung für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb schaffen wir unterschiedliche Möglichkeiten, sich mitzuteilen, andere zu verstehen, Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken, Entscheidungen zu treffen und Beziehungen zu gestalten.
Wo Lautsprache allein nicht ausreicht, können beispielsweise Gebärden, Symbole, Bilder, Kommunikationshilfen oder elektronische Kommunikationsmittel eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht die Form der Kommunikation, sondern dass jeder Mensch Möglichkeiten erhält, verstanden zu werden und mitbestimmen zu können.
Selbstständigkeit Schritt für Schritt entwickeln
Selbstständigkeit entsteht nicht erst am Ende der Schulzeit. Sie entwickelt sich über viele Jahre und beginnt bei alltäglichen Dingen: eigene Bedürfnisse wahrnehmen und äußern, Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, sich orientieren, Aufgaben bewältigen und zunehmend für sich selbst handeln.
Deshalb greifen wir lebenspraktische Fähigkeiten in allen Altersstufen auf und entwickeln sie entsprechend den individuellen Möglichkeiten weiter.
Dabei bedeutet Selbstständigkeit nicht, alles ohne Unterstützung leisten zu müssen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, eigene Möglichkeiten und Grenzen wahrzunehmen, Unterstützung einzufordern und vorhandene Hilfen sinnvoll zu nutzen.
Auf das Leben nach der Schule vorbereiten
Der Bildungsgang ganzheitliche Entwicklung umfasst in Rheinland-Pfalz grundsätzlich zwölf Schulbesuchsjahre. Die Vorbereitung auf das Erwachsenenleben und die berufliche Zukunft ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil unseres Bildungsauftrags. Bildungsserver RLP
Mit zunehmendem Alter gewinnen Themen wie Arbeit und Beruf, Wohnen, Mobilität, Freizeitgestaltung, soziale Beziehungen, Selbstversorgung und gesellschaftliche Teilhabe an Bedeutung.
In unserer Berufsschulstufe werden diese Erfahrungen weiter vertieft. Praktische Lernangebote, berufliche Orientierung, Praktika und Kooperationen mit außerschulischen Partnern helfen unseren Schüler*innen dabei, eigene Fähigkeiten und Interessen kennenzulernen und Perspektiven für die Zeit nach der Schule zu entwickeln.
Entwicklung begleiten
Förderung verstehen wir nicht als etwas, das neben dem Unterricht stattfindet. Sie ist Bestandteil des gesamten schulischen Alltags.
Beobachtung, pädagogische Diagnostik und individuelle Förderplanung helfen uns dabei, Lern- und Entwicklungsprozesse wahrzunehmen, nächste Schritte zu planen und Angebote immer wieder anzupassen. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Fähigkeiten, sondern den Menschen in seiner gesamten Lebens- und Lernsituation.
Gemeinsam Schule gestalten
Gute Bildung entsteht durch Zusammenarbeit. Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und weitere an der Förderung beteiligte Personen bringen unterschiedliche fachliche Perspektiven ein. Ebenso wichtig ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Eltern und Sorgeberechtigten sowie – wo erforderlich – mit Beratungsstellen, therapeutischen Diensten, Einrichtungen und weiteren Kooperationspartnern.
Im Mittelpunkt steht dabei immer dieselbe Frage:
Was braucht dieser junge Mensch, um lernen, sich entwickeln und sein Leben möglichst selbstbestimmt gestalten zu können?
Diese Frage bildet die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.






